Tennisschläger-Kaufberatung
Kopfgröße, Gewicht, Balance und Griffstärke entscheiden mehr über das eigene Spiel als jedes Werbeversprechen – diese Kaufberatung ordnet die vier Stellschrauben ein und zeigt, wie man sie ohne Marketing-Lärm richtig kombiniert.
Wer zum ersten Mal vor der Schlägerwand eines Fachgeschäfts steht, erlebt schnell eine paradoxe Situation: Dutzende Rahmen sehen fast identisch aus, doch die Preisschilder reichen vom zweistelligen Schnäppchen bis weit über dreihundert Euro, und jede Verpackung verspricht mehr Spin, mehr Power oder mehr Kontrolle. Tatsächlich entscheidet aber nicht das Marketing über die Wahl, sondern eine überschaubare Zahl messbarer Eigenschaften – Kopfgröße, Gewicht, Balance und Griffstärke. Wer diese vier Stellschrauben versteht, kann jeden Schläger in wenigen Minuten einordnen und herausfinden, ob er zum eigenen Spiel passt. Genau diese Einordnung leistet die folgende Beratung: weg von den Schlagworten, hin zu den Kennzahlen, die wirklich zählen.
Zuerst die Frage: Wer spielt hier eigentlich?
Bevor auch nur ein einziger technischer Wert ins Spiel kommt, lohnt der ehrliche Blick auf das eigene Niveau. Der beste Schläger der Weltrangliste ist für einen Einsteiger oft der schlechteste, weil er kompromisslos auf vorhandene Technik setzt und Fehler bestraft, statt sie zu verzeihen. Die Kaufberatung beginnt deshalb nicht beim Rahmen, sondern beim Spieler.
Einsteiger und Wiedereinsteiger
Wer gerade erst anfängt oder nach Jahren zurückkehrt, braucht vor allem Toleranz und Leichtigkeit. Ein Rahmen, der auch bei unsauberen Treffern noch Tempo erzeugt und das Armgefühl schont, hält die Motivation hoch und beugt Überlastungen vor. Hier zählt nicht das letzte Quäntchen Kontrolle, sondern ein Schläger, der den Lernprozess unterstützt statt ihn zu erschweren. Grundlagen wie Schwungbahn und Treffpunkt entstehen ohnehin erst nach und nach – wer die ersten Schritte plant, findet im Beitrag zu Tennis für Einsteiger & Kinder eine passende Einordnung.
Fortgeschrittene und Vereinsspieler
Spieler mit stabiler Technik und regelmäßigem Training suchen die Balance zwischen Kraft und Präzision. Sie bringen genug eigene Schwunggeschwindigkeit mit, um nicht mehr auf die maximale Toleranz angewiesen zu sein, profitieren aber noch von einem gewissen Komfortpolster. Diese Gruppe ist mit den weit verbreiteten Allround- oder Tweener-Modellen am besten bedient.
Turnier- und Leistungsspieler
Wer ambitioniert spielt und über eine ausgereifte, kräftige Schwungbewegung verfügt, kann zum klassischen Spielerschläger greifen. Diese Rahmen verlangen aktive Arbeit am Ball, belohnen sie aber mit maximaler Kontrolle und einem präzisen, direkten Ballgefühl. Für jemanden ohne ausgereifte Technik wären sie schlicht zu anspruchsvoll.
Wichtig ist dabei die ehrliche Selbsteinschätzung: Nicht das angestrebte Niveau zählt, sondern das tatsächlich vorhandene. Ein Schläger, der zur Wunschvorstellung passt, sabotiert oft genau den Lernprozess, der nötig wäre, um dieses Niveau zu erreichen. Die meisten Spieler überschätzen ihr eigenes Können bei der Wahl des Materials – und greifen deshalb zu Rahmen, die anspruchsvoller sind, als ihrem Spiel guttut.
Die Kopfgröße: Kontrolle gegen Toleranz
Die Kopfgröße ist die auffälligste Eigenschaft eines Schlägers und beschreibt die Fläche der Besaitung in Quadratzoll. Übliche Werte reichen von rund 95 Quadratzoll bei reinen Spielerschlägern bis über 105 Quadratzoll bei komfortorientierten Modellen. Dazwischen liegt das große Mittelfeld um 98 bis 102 Quadratzoll, in dem sich die meisten Schläger bewegen.
Der Zusammenhang ist denkbar einfach: Eine größere Fläche vergrößert den optimalen Trefferbereich – also jene Zone, in der ein Treffer das volle Tempo ohne störende Vibrationen erzeugt. Das verzeiht ungenaue Treffer und liefert von Haus aus mehr Wucht, weil die Saiten über eine größere Strecke nachgeben können. Der Preis dafür ist weniger Präzision: Der Ball lässt sich nicht ganz so fein dosieren, und das direkte Gefühl für den Treffpunkt geht ein Stück verloren.
Eine größere Kopffläche ist kein Zeichen für schlechtere Schläger, sondern ein bewusster Tausch: Man kauft Toleranz und verkauft ein wenig Kontrolle. Welche Seite dieses Tauschs man bevorzugt, hängt allein vom eigenen Niveau ab.
Eine kleinere Fläche dreht diesen Tausch um. Sie verlangt einen saubereren Treffpunkt, belohnt ihn aber mit feiner abgestufter Kontrolle und einem präziseren Ballgefühl. Für Einsteiger ist eine Fläche um 100 bis 105 Quadratzoll daher fast immer die bessere Wahl, während erfahrene Spieler mit gefestigter Technik die kontrolliertere, kleinere Variante schätzen.
Das Gewicht: Stabilität gegen Handlichkeit
Beim Gewicht ist stets das bespannte Gewicht gemeint, also der einsatzbereite Schläger inklusive Saite, üblicherweise in Gramm angegeben. Die relevante Spanne reicht von etwa 270 Gramm bei leichten Komfortrahmen bis über 310 Gramm bei klassischen Spielerschlägern.
Schwerere Schläger bringen mehr Masse in den Ball und stehen bei harten, schnellen Treffern stabiler im Schlag. Sie absorbieren zudem mehr von den Stößen, die sonst in den Arm wandern – ein wichtiger Punkt für alle, die einen empfindlichen Ellbogen kennen. Leichtere Rahmen lassen sich dagegen schneller und müheloser beschleunigen, was besonders am Netz und bei schnellen Richtungswechseln hilft. Allzu leichte Modelle unter 260 Gramm wirken zwar handlich, neigen aber dazu, bei kraftvollen Bällen des Gegners zu flattern und Stabilität vermissen zu lassen.
Für die meisten Einsteiger und Freizeitspieler ist ein Bereich von 270 bis 290 Gramm ein verlässlicher Ausgangspunkt: leicht genug für eine entspannte Schwungbewegung, schwer genug für Ruhe am Ball. Wer feststellt, dass der Schläger zu leicht wirkt, kann mit Bleiband im Rahmen oder Griff einige Gramm ergänzen, statt gleich ein neues Modell zu kaufen.
Die Balance: Wo das Gewicht sitzt
Zwei Schläger mit identischem Gesamtgewicht können sich völlig unterschiedlich anfühlen – der Grund liegt in der Balance. Sie beschreibt, ob sich das Gewicht eher zum Griff hin (grifflastig) oder zum Kopf hin (kopflastig) verteilt, und wird meist als Abstand des Schwerpunkts vom Griffende in Millimetern angegeben.
Grifflastig oder kopflastig
Ein grifflastiger Aufbau verlagert das Gewicht nach hinten und macht den Schläger manövrierfreudig: Er lässt sich schnell aufstellen und gut kontrollieren, was schwerere Spielerschläger trotz ihrer Masse beweglich hält. Ein kopflastiger Aufbau dagegen verlagert das Gewicht nach vorne und erzeugt beim Durchschwingen mehr Wucht – ein typisches Merkmal leichter Komfortrahmen, die so ihr geringes Gesamtgewicht ausgleichen.
Das Schwunggewicht verstehen
Eng mit der Balance verbunden ist das Schwunggewicht: der Wert, der beschreibt, wie schwer sich der Schläger während der Bewegung tatsächlich anfühlt, nicht auf der Waage. Ein kopflastiger Rahmen wirkt im Schwung deutlich schwerer als sein Gesamtgewicht vermuten lässt, weil die Masse weiter vom Drehpunkt entfernt sitzt. Wer die feinen Unterschiede zwischen zwei ähnlich schweren Schlägern spürt, erlebt fast immer einen Unterschied im Schwunggewicht – ein Wert, der auf dem Datenblatt häufig fehlt, aber den Spielcharakter stark prägt.
Die Rahmenhärte: der RA-Wert
Die Steifigkeit des Rahmens wird mit dem RA-Wert beschrieben, einer Zahl auf einer Skala von etwa 60 bis 75. Ein hoher Wert steht für einen steifen Rahmen, der beim Aufprall kaum nachgibt und die Energie effizient zurück in den Ball schickt – das fühlt sich kraftvoll an und kostet weniger Eigenaufwand.
Diese Effizienz hat jedoch eine Kehrseite: Ein steifer Rahmen leitet mehr Vibrationen und Stöße an Hand, Arm und Ellbogen weiter, weil er sie nicht im Material abfedert. Ein weicher Rahmen mit niedrigem RA-Wert biegt sich beim Treffer stärker, schluckt dadurch mehr Erschütterung und ist deutlich armschonender, gibt aber etwas weniger Tempo zurück. Spieler mit empfindlichem Arm oder einer Vorgeschichte von Tennisarm fahren mit einem Wert unter 65 in aller Regel besser, während kräftige Spieler mit gesundem Arm die zusätzliche Power eines steiferen Rahmens nutzen können.
Material und Beschaffenheit: warum fast alles aus Carbon ist
Die Frage nach dem Material ist heute schnell beantwortet: Nahezu jeder ernstzunehmende Tennisschläger besteht aus Graphit, also Carbonfaser. Der Werkstoff bietet das beste bekannte Verhältnis aus geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und gezielter Dämpfung – genau die Kombination, die ein guter Rahmen braucht. Hersteller variieren die Faseranordnung und mischen Zusätze wie Basalt, Graphen oder Kevlar bei, um Steifigkeit und Dämpfung an bestimmten Stellen des Rahmens fein abzustimmen.
Reine Aluminium- oder Stahlrahmen begegnen einem fast nur noch im sehr günstigen Einstiegssegment oder bei robusten Kinderschlägern, wo niedrige Kosten und Unempfindlichkeit zählen. Sie sind schwerer, weniger präzise und übertragen mehr Vibrationen, taugen aber für die allerersten Gehversuche durchaus. Wer regelmäßig spielen möchte, sollte jedoch von Anfang an zu einem Carbonrahmen greifen, weil sich die Investition über das bessere Spielgefühl und die Schonung des Arms rasch auszahlt.
Die Griffstärke: der oft unterschätzte Faktor
Kaum eine Eigenschaft wird so häufig vernachlässigt wie die Griffstärke – dabei beeinflusst sie Komfort, Kontrolle und Verletzungsrisiko unmittelbar. Ein zu kleiner Griff zwingt die Hand zum festen Zugreifen und überträgt mehr Spannung in den Unterarm; ein zu großer Griff lässt sich beim Schlag nicht sauber drehen und kann zu Sehnenproblemen führen.
Die europäischen Größen L0 bis L4
Im europäischen System sind die Griffgrößen mit L0 bis L4 durchnummeriert, gelegentlich ergänzt um L5 für sehr große Hände. L0 entspricht einem Griffumfang von etwa 100 Millimetern, und mit jeder Stufe wächst der Umfang um rund zwei bis drei Millimeter. Die meisten erwachsenen Spieler landen bei L1 bis L3, wobei L2 die mit Abstand häufigste Größe darstellt.
Der Index-Finger-Test
Die zuverlässigste Methode zur Bestimmung der Griffstärke kommt ohne Maßband aus. Man umfasst den Griff so, wie man ihn für einen Vorhandschlag halten würde, und schiebt dann den Zeigefinger der freien Hand in den Spalt zwischen den Fingerspitzen der greifenden Hand und dem Handballen. Passt der Zeigefinger genau in diese Lücke, stimmt die Größe. Bleibt kein Platz, ist der Griff zu klein; lässt sich der Finger mit viel Luft hineinschieben, ist er zu groß.
Im Zweifel ist die kleinere Größe die klügere Wahl. Ein zu kleiner Griff lässt sich mit einem Overgrip oder einer Aufbau-Folie problemlos um eine halbe Größe aufpolstern, während sich ein zu großer Griff praktisch nicht verkleinern lässt.
Schlägertypen im Vergleich
Die meisten Modelle lassen sich grob drei Kategorien zuordnen, die jeweils eine typische Kombination aus Kopfgröße, Gewicht und Spielcharakter abbilden. Die folgende Übersicht hilft, einen Schläger schnell einzuordnen.
| Schlägertyp | Kopfgröße | Bespanntes Gewicht | Eignung |
|---|---|---|---|
| Komfort-/Spielverbesserer | ca. 102–110 in² | ca. 250–280 g | Einsteiger, Wiedereinsteiger, armschonendes Freizeitspiel |
| Tweener (Allround) | ca. 98–104 in² | ca. 280–300 g | Fortgeschrittene, Vereinsspieler, ambitioniertes Freizeitspiel |
| Spielerschläger | ca. 95–98 in² | ca. 300–320 g | Turnier- und Leistungsspieler mit ausgereifter Technik |
Die Übergänge sind fließend, und einzelne Modelle verschieben einen Wert bewusst, um eine bestimmte Spielergruppe anzusprechen. Dennoch deckt diese Einteilung den Großteil des Marktes ab und macht klar, warum der Tweener die meistverkaufte Kategorie ist: Er trifft den Kompromiss, mit dem die größte Spielergruppe gut zurechtkommt.
Saiten und Bespannung – kurz angerissen
Selbst der beste Rahmen entfaltet sein Potenzial erst mit der passenden Besaitung, denn die Saite ist der einzige Teil, der den Ball tatsächlich berührt. Saitentyp, Stärke und Spannung beeinflussen Spin, Komfort und Haltbarkeit oft stärker, als viele Käufer vermuten – ein weicher Rahmen lässt sich mit einer harten Saite teilweise neutralisieren und umgekehrt. Weil dieses Thema eigene Tiefe verdient, behandelt der ausführliche Beitrag zu Tennissaiten & Bespannung die Wahl der richtigen Saite im Detail. An dieser Stelle genügt der Hinweis: Wer einen Schläger neu kauft, sollte die Standardbespannung als Ausgangspunkt verstehen und nach den ersten Wochen prüfen, ob eine weichere oder griffigere Saite das Spielgefühl verbessert.
Budget: Was wofür ausgeben?
Der Preis eines Schlägers korreliert nur lose mit seinem Nutzen für den einzelnen Spieler. Ein grober Rahmen hilft bei der Einordnung, ohne sich auf tagesaktuelle Beträge festzulegen.
Im günstigen Einstiegssegment finden sich Komplettschläger, die für die ersten Schläge und gelegentliches Freizeitspiel vollkommen ausreichen. Wer regelmäßig spielen will, ist mit einem soliden Carbonrahmen aus dem mittleren Preisbereich am besten beraten – hier sitzt das größte Angebot, und die Modelle decken die Lernphase bis ins gehobene Vereinsniveau ab. Die hochpreisigen Spielerschläger lohnen sich erst, wenn die Technik so weit gefestigt ist, dass ihre kompromisslose Auslegung zum Vorteil wird statt zur Hürde.
Eine ehrliche Empfehlung lautet daher: In der Anfangszeit ist Geld in guten Schuhen und ordentlichen Bällen oft besser angelegt als im teuersten Rahmen. Der Schläger darf wachsen, wenn das Spiel es tut.
Typische Fehler beim Kauf
Einige Fehlentscheidungen wiederholen sich bei der Schlägerwahl immer wieder – wer sie kennt, umgeht sie mühelos.
Den Profischläger kopieren
Der Schläger eines Vorbilds aus der Weltrangliste ist auf dessen Technik, Kraft und Schwunggeschwindigkeit zugeschnitten. Für einen Freizeit- oder Vereinsspieler ist ein solcher Rahmen meist zu schwer, zu kontrolliert und damit schlicht zu anstrengend. Die Optik täuscht über die Anforderungen hinweg.
Zu leicht greifen
Aus der Sorge, ein schwerer Schläger sei zu anstrengend, greifen viele Käufer zum leichtesten Modell. Das fühlt sich im Laden angenehm an, rächt sich aber auf dem Platz mit fehlender Stabilität und – paradoxerweise – mehr Belastung für den Arm, weil ein leichter Rahmen Stöße schlechter abfängt.
Nur nach Datenblatt entscheiden
Kennzahlen ordnen einen Schläger ein, ersetzen aber nicht das Gefühl am Ball. Zwei Rahmen mit identischen Werten können sich völlig unterschiedlich anfühlen, weil Schwunggewicht, Griffform und Materialabstimmung in keiner einzelnen Zahl auftauchen. Ein kurzes Testschlagen ist deshalb durch nichts zu ersetzen.
Material trifft Technik: das Fazit
Am Ende führt jede Kennzahl zurück zu einer einzigen Frage: Passt der Schläger zur Schwungbewegung des Spielers? Ein leichter, kopflastiger Rahmen mit großer Fläche unterstützt die kurze, noch unsichere Bewegung eines Einsteigers, weil er Tempo und Toleranz beisteuert, wo die Technik sie noch nicht liefert. Ein schwerer, grifflastiger Spielerschläger mit kleiner Fläche dagegen verlangt eine vollständige, kräftige Schwungbahn – und belohnt sie mit Präzision, die ein toleranter Rahmen nie erreichen würde.
Genau deshalb wächst die richtige Schlägerwahl mit der Technik mit. Wer seine Grundschläge verfeinert, verändert auch das, was er von seinem Material braucht; ein Blick auf die Grundschläge & Technik zeigt, wie eng Bewegungsablauf und Schlägercharakter zusammenhängen. Wir empfehlen daher, den ersten Schläger als Werkzeug für die aktuelle Phase zu verstehen, nicht als Anschaffung fürs Leben. Kopfgröße, Gewicht, Balance und Griffstärke sind keine Geschmacksfragen, sondern Anpassungen an ein sich entwickelndes Spiel – und genau in diesem Verständnis liegt der Unterschied zwischen einem Schläger, der zufällig im Regal stand, und einem, der zum eigenen Tennis passt.
Häufige Fragen
Welche Kopfgröße ist für Einsteiger am besten?
Für Einsteiger empfiehlt sich eine Kopfgröße von etwa 100 bis 105 Quadratzoll. Die größere Schlagfläche verzeiht Treffer abseits der Mitte deutlich besser und liefert von sich aus mehr Tempo. Wer sicher und kontrolliert trifft, kann später auf eine kleinere Fläche umsteigen.
Wie schwer sollte mein erster Tennisschläger sein?
Ein bespanntes Gewicht von rund 270 bis 290 Gramm ist für die meisten Einsteiger und Freizeitspieler ein guter Ausgangspunkt. Das ist leicht genug für eine entspannte Schwungbewegung und schwer genug für Stabilität am Ball. Sehr leichte Rahmen unter 260 Gramm wirken zwar handlich, neigen aber zum Flattern bei harten Bällen.
Was bedeutet Balance bei einem Tennisschläger?
Die Balance gibt an, ob sich das Gewicht eher im Griff (grifflastig) oder im Kopf (kopflastig) konzentriert. Grifflastige Schläger lassen sich schneller bewegen und sind manövrierfreudig, kopflastige bringen mehr Wucht in den Schlag. Sie wird meist in Millimetern ab dem Griffende oder als Punktzahl angegeben.
Wie messe ich meine richtige Griffstärke?
Beim Index-Finger-Test umfasst man den Griff wie zum Vorhandschlag und schiebt den Zeigefinger der freien Hand in den Spalt zwischen Fingerspitzen und Handballen. Passt der Finger genau hinein, stimmt die Größe. Bleibt kein Platz, ist der Griff zu klein; bleibt deutlich Luft, ist er zu groß.
Welche europäischen Griffgrößen gibt es?
Im europäischen System reichen die Größen von L0 bis L4, gelegentlich auch L5. L0 entspricht einem Griffumfang von etwa 100 Millimetern, jede Stufe wächst um rund 2 bis 3 Millimeter bis zu L4 mit etwa 111 Millimetern. Erwachsene liegen meist zwischen L1 und L3.
Was ist der RA-Wert und warum ist er wichtig?
Der RA-Wert beschreibt die Rahmensteifigkeit auf einer Skala von etwa 60 bis 75. Ein hoher Wert bedeutet einen steifen Rahmen, der mehr Energie zurückgibt, aber auch mehr Vibrationen an Arm und Ellbogen weiterleitet. Spieler mit empfindlichem Arm fahren mit einem weicheren Rahmen unter 65 oft besser.
Aus welchem Material sind moderne Tennisschläger?
Nahezu alle aktuellen Modelle bestehen aus Graphit beziehungsweise Carbonfaser, oft kombiniert mit Zusätzen wie Basalt oder Kevlar. Reine Aluminium- oder Stahlrahmen findet man fast nur noch im sehr günstigen Einstiegssegment oder bei Kinderschlägern. Carbon bietet das beste Verhältnis aus geringem Gewicht, Steifigkeit und Dämpfung.
Lohnt sich ein teurer Schläger für Anfänger?
In den ersten Monaten profitiert man von einem hochpreisigen Spielerschläger kaum, weil dessen Vorzüge erst bei sauberer Technik zum Tragen kommen. Ein solides Modell im mittleren Preisbereich deckt die Lernphase vollständig ab. Das Budget ist beim Einstieg in Schuhen und Bällen oft besser angelegt.
Wie oft sollte ein Tennisschläger neu bespannt werden?
Als Faustregel gilt: so oft pro Jahr neu besaiten, wie man pro Woche spielt. Wer zweimal wöchentlich spielt, sollte den Schläger also etwa zweimal jährlich frisch bespannen lassen. Saiten verlieren auch ungenutzt mit der Zeit an Spannung und Spielgefühl.
Welcher Schläger eignet sich bei Tennisarm?
Bei Tennisarm oder empfindlichem Ellbogen sind ein weicher Rahmen mit niedrigem RA-Wert, ein etwas höheres Gewicht und eine armschonende Saite die wichtigsten Faktoren. Das höhere Gewicht reduziert die Stöße, die in den Arm gelangen, statt sie zu verstärken. Auch ein leicht grifflastiger Aufbau kann entlasten.
Was ist ein Tweener-Schläger?
Tweener-Schläger liegen zwischen komfortorientierten Freizeitrahmen und schweren Spielerschlägern. Mit einem Gewicht um 280 bis 300 Gramm und mittlerer Kopfgröße bieten sie eine Mischung aus Kraft, Kontrolle und Komfort. Sie sind die mit Abstand meistverkaufte Kategorie und passen zu ambitionierten Freizeit- und Vereinsspielern.
Wie wirkt sich die Kopfgröße auf das Spiel aus?
Eine größere Kopffläche vergrößert den optimalen Trefferbereich und liefert mehr Tempo bei wenig Eigenaufwand, kostet aber Präzision. Eine kleinere Fläche gibt erfahrenen Spielern feinere Kontrolle und ein direkteres Ballgefühl. Die Spanne von rund 95 bis über 105 Quadratzoll bildet diesen Kompromiss zwischen Toleranz und Kontrolle ab.
Sollte ich den Schläger vor dem Kauf testen?
Ja, ein Testschlagen ist der beste Weg zur richtigen Wahl, da sich Daten auf dem Papier und das Gefühl am Ball deutlich unterscheiden können. Viele Fachgeschäfte und Vereine bieten Testschläger zum Ausleihen an. Schon zwanzig Minuten an der Wand oder im Spiel zeigen, ob ein Rahmen zur eigenen Schwungbewegung passt.
Was ist der Unterschied zwischen Schwunggewicht und Gesamtgewicht?
Das Gesamtgewicht ist das, was die Waage anzeigt; das Schwunggewicht beschreibt, wie schwer sich der Schläger während der Bewegung anfühlt. Zwei Schläger mit gleichem Gesamtgewicht können sich völlig unterschiedlich anfühlen, je nachdem, wo das Gewicht sitzt. Ein kopflastiger Aufbau erhöht das gefühlte Schwunggewicht spürbar.
Kann ich Gewicht und Balance nachträglich verändern?
Ja, mit Bleiband am Rahmen oder im Griff lässt sich das Gewicht gezielt erhöhen und die Balance verschieben. So kann man einen zu leichten oder zu grifflastigen Schläger feinjustieren. Wer unsicher ist, lässt sich diese Anpassung in einem Fachgeschäft vornehmen.
Welche Griffstärke ist die häufigste bei Erwachsenen?
Die meisten erwachsenen Spieler landen bei L2 mit einem Griffumfang von rund 106 Millimetern. Frauen und Spieler mit kleineren Händen tendieren zu L1, größere Hände zu L3. Im Zweifel ist die kleinere Größe sinnvoller, weil sich ein Griff mit einem Overgrip leicht aufpolstern, aber kaum verkleinern lässt.