Das Einzel
Das Doppel
Tennisregeln der International Tennis Federation (ITF)
Das Einzel
Das Spielfeld ist ein Rechteck von 23,77 m Länge und 8,23 m Breite. Es wird in
der Mitte von einem Netz, das an einem Seil oder Metallkabel von höchstens 0,8 cm
Durchmesser aufgehängt ist, in zwei gleiche Teile geteilt. Das Seil oder Kabel ist
an zwei Pfosten, "Netzpfosten" genannt, befestigt oder darüber hinweggeführt.
Breite oder Durchmesser der Netzpfosten dürfen im Querschnitt höchstens 15 cm
betragen. Sie dürfen nicht mehr als 2,3 cm höher sein als die Oberkante des
Netzkabels. Die Netzpfosten stehen auf beiden Seiten 91,4 cm außerhalb des
Spielfeldes, gemessen von der Pfostenmitte bis zur Außenkante der Seitenlinie. Sie
müssen so hoch sein, dass sie die Oberkante des Seils oder Kabels auf eine Höhe von
107 cm über der Platzoberfläche anheben. Wird auf einem für Einzel und Doppel
(siehe Regel 34) eingerichteten Platz mit einem Netz für Doppel ein Einzel
gespielt, muss das Netz von zwei Pfosten, ``Einzelstützen" genannt, auf eine Höhe
von 107 cm angehoben werden. Breite oder Durchmesser der Einzelstützen dürfen im
Querschnitt höchstens 7,5 cm betragen. Die Einzelstützen müssen auf jeder Seite
91,4 cm außerhalb des Spielfeldes für Einzel stehen, gemessen von der Mitte der
Stütze bis zur Außenkante der Seitenlinie fürs Einzel. Das Netz muss den
Zwischenraum zwischen den beiden Netzpfosten vollständig ausfüllen. Die Maschen des
Netzes müssen so eng sein, dass ein Ball nicht hindurch kann. Das Netz ist in der
Mitte des Spielfeldes 91,4 cm hoch. Es wird dort von einem höchstens 5 cm breiten
Gurt, "Netzhalter" genannt, straff niedergehalten. Dieser muss vollkommen weiß
sein. Das Seil oder Kabel sowie der obere Teil des Netzes müssen von einem
vollständig weißen Band, "Netzeinfassung" genannt, eingefasst sein. Die
Netzeinfassung darf auf jeder Seite des Netzes nicht schmaler als 5 cm und nicht
breiter als 6,3 cm sein. Auf Netz, Netzhalter, Netzeinfassung und Einzelstützen
darf keine Werbung angebracht sein. Die Linien, die das Spielfeld an den Enden und
an den Seiten begrenzen, werden "Grundlinien" bzw. ``Seitenlinien" genannt. In
einem Abstand von 6,40 m werden parallel zum Netz auf beiden Seiten Linien gezogen,
die "Aufschlaglinien" genannt werden. Die Fläche beidseitig des Netzes zwischen
diesem und den Aufschlaglinien wird zwischen den beiden Seitenlinien durch eine
Linie, "Aufschlagmittellinie" genannt, in zwei Hälften, "Aufschlagfelder" genannt,
geteilt. Die Aufschlagmittellinie verläuft parallel zu den Seitenlinien. Sie muss 5
cm breit sein. Die Grundlinien werden in gedachter Verlängerung der
Aufschlagmittellinie durch eine 10 cm lange und 5 cm breite Linie, "Mittelzeichen"
genannt, in zwei Hälften geteilt. Das Mittelzeichen wird innerhalb des Spielfeldes
angebracht, im rechten Winkel zur Grundlinie und mit dieser verbunden. Alle anderen
Linien dürfen nicht schmaler als 2,5 cm und nicht breiter als 5 cm sein, mit
Ausnahme der Grundlinie, die nicht breiter als 10 cm sein darf. Alle Linien müssen
von gleicher Farbe sein. Alle Spielfeldmaße werden von der Außenkante der Linien
gemessen. Wenn sich an den Rückseiten des Platzes Werbung oder irgendwelche
Gegenstände befinden, dürfen diese weder weiße noch gelbe Farbe aufweisen. Eine
helle Farbe darf nur verwendet werden, wenn sie die Sicht der Spieler nicht
beeinträchtigt. Werbung auf den Stühlen der an den Rückseiten des Platzes sitzenden
Linienrichter darf weder Weiß noch Gelb aufweisen. Eine helle Farbe darf nur
verwendet werden, wenn sie die Sicht der Spieler nicht beeinträchtigt.
Anmerkung 1:
Beim Davis-Cup oder anderen offiziellen Meisterschaften der ITF muss der Auslauf
hinter jeder Grundlinie mindestens 6,40 m und an den Seiten mindestens 3,66 m
betragen. Die Stühle der Linienrichter dürfen an der Rückseite eines Platzes
innerhalb der 6,40 m oder an den Seiten des Platzes innerhalb der 3,66 m stehen,
sofern sie nicht mehr als 91,4 cm in diesen Bereich hineinragen.
Anmerkung 2:
Bei den Stadionplätzen in der Weltgruppe des Davis-Cups und dem Hauptfeld des
Federation-Cups sollte der Auslauf hinter jeder Grundlinie mindestens 8,23 m und an
den Seiten mindestens 4,57 m betragen.
Anmerkung 3:
Auf Klub- oder Freizeitplätzen sollte der Auslauf hinter jeder Grundlinie
mindestens 5,50 m und an den Seiten mindestens 3,05 m betragen.
Regel 2: Ständige Einrichtungen
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Anfang |
"Ständige Einrichtungen" sind nicht nur das Netz, die Netzpfosten, die
Einzelstützen, das Seil bzw. Metallkabel, der Netzhalter und die Netzeinfassung,
sondern auch, wenn vorhanden, die hintere und seitliche Einzäunung, die Tribünen,
ortsfeste oder bewegliche Sitze und Stühle rund um den Platz samt deren Inhabern
sowie alle anderen Einrichtungen rund um den Platz und darüber, ferner der
Schiedsrichter, der Netzrichter, der Fußfehlerrichter, die Linienrichter und die
Ballkinder, wenn sich diese Personen auf dem ihnen zugewiesenen Platz befinden.
Anmerkung:
Der Begriff "Schiedsrichter" erfasst im Sinne dieser Regel auch diejenigen
Personen, die Anspruch auf einen Sitz auf dem Platz haben, ferner alle Personen,
deren Aufgabe es ist, den Schiedsrichter bei der Leitung des Wettspiels zu
unterstützen.
Die äußere Hülle des Balles muss gleichförmig und nahtlos, seine Farbe weiß oder
gelb sein. Der Durchmesser des Balles muss mehr als 6,35 cm und weniger als 6,67 cm
betragen, sein Gewicht mehr als 56,7 g und weniger als 58,5 g. Der Ball muss eine
Sprunghöhe von mehr als 135 cm und weniger als 147 cm aufweisen, wenn er aus einer
Höhe von 254 cm auf eine betonierte Unterlage fallen gelassen wird. Bei einem Druck
von 8,165 kg muss die Verformung des Balles mehr als 5,6 mm und weniger als 7,4 mm
nach innen, sowie bei Entlastung die Rückverformung mehr als 8,0 mm und weniger als
10,8 mm betragen. Beide Verformungsmaße müssen die Durchschnittsergebnisse von drei
verschiedenen Messungen über drei Achsen des Balles sein, wobei bei jedem Vergleich
zwei Messungen keinesfalls mehr als 0,8 mm voneinander abweichen dürfen. Für Spiele
in einer Höhe über 1219 m ü.d. M. sind folgende zwei Ballarten zugelassen: Die
erste Ballart weicht von der in Abs. 1-4 beschriebenen nur insofern ab, als die
Sprunghöhe mehr als 121,92 cm und weniger als 135 cm betragen und der Druck im Ball
größer sein muss als der herrschende Luftdruck. Es ist üblich, diese Ballart als,
"Druckbälle" zu bezeichnen. Die zweite Ballart weicht von der vorstehend
beschriebenen insofern ab, als die Sprunghöhe mehr als 135 cm und weniger als 147
cm betragen und der Druck im Ball etwa dem herrschenden Luftdruck entsprechen muss.
Solche Bälle müssen mindestens 60 Tage in der Höhe der entsprechenden Veranstaltung
den örtlichen klimatischen Verhältnissen angepasst werden. Es ist üblich, diese Art
von Bällen als "drucklose Bälle" zu bezeichnen. Alle Tests für Sprunghöhe, Größe
und Verformung sind in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Anhangs 1
durchzuführen.
Schläger, die der nachstehenden Beschreibung nicht entsprechen, sind zum Spiel
nach den Tennisregeln nicht zugelassen:
a) Die Schlagfläche des Schlägers muss flach sein und aus einem Muster sich
kreuzender Saiten bestehen, die an einem Rahmen befestigt und an ihren
Kreuzungspunkten abwechselnd verflochten oder verbunden sind. Das Besaitungsmuster
muss völlig gleichmäßig sein; es darf besonders in der Mitte nicht weniger dicht
sein als in irgendeinem anderen Bereich. Die Saiten dürfen keine an ihnen
befestigte Gegenstände oder hervorstehende Teile aufweisen mit Ausnahme solcher,
die ausschließlich dazu dienen, Verschleiß oder Schwingungen einzuschränken oder zu
verhindern, vorausgesetzt, dass Größe und Anordnung diesem Zweck angemessen
sind.
b) Der Rahmen des Schlägers darf einschließlich Griff eine Gesamtlänge von 81,28 cm
und eine Gesamtbreite von 31,75 cm nicht überschreiten. Die Bespannungsfläche darf
in der Gesamtlänge 39,37 cm und in der Gesamtbreite 29,21 cm nicht
überschreiten.
c) Rahmen und Griff dürfen keine an ihnen befestigte Gegenstände oder Vorrichtungen
aufweisen mit Ausnahme solcher, die ausschließlich dazu dienen, Verschleiß oder
Schwingungen einzuschränken oder zu verhindern oder das Gewicht zu verteilen. Alle
derartigen Gegenstände oder Vorrichtungen müssen in Größe und Anordnung diesem
Zweck angemessen sein.
d) Rahmen, Griff und Saiten dürfen keine Vorrichtungen aufweisen, die es
ermöglichen, während des Ballwechsels die Form des Schlägers wesentlich zu
verändern oder die Gewichtsverteilung in der Richtung der Längsachse des Schlägers
zu verändern, so dass die Schwungkraft beeinflusst wird. Die ITF entscheidet, ob
ein Schläger oder das Modell eines Schlägers der vorstehenden Beschreibung
entspricht bzw. zum Spiel zugelassen wird oder nicht. Sie kann dies aus eigenem
Entschluss tun oder auf Antrag eines Beteiligten, der ein begründetes Interesse
daran hat, einschließlich eines jeden Spielers, Tennisartikelherstellers,
nationalen Tennisverbandes oder dessen Mitglieds. Für solche Entscheidungen und
Anträge gelten die Bestimmungen für Einspruchs- und Anhörungsverfahren der ITF. Ein
Exemplar dieser Bestimmungen kann beim Sekretariat angefordert werden.
Entscheidungen:
Fall 1:
Darf die Schlagfläche eines Schlägers aus mehr als einer Bespannung bestehen?
Entscheidung: Nein, da die Regel klar von einem Muster und nicht von Mustern sich
kreuzender Saiten spricht.
Fall 2:
Gilt das Besaitungsmuster eines Schlägers als völlig gleichmäßig und flach, wenn
die Saiten mehr als eine Ebene bilden?
Entscheidung: Nein.
Fall 3:
Darf eine Vorrichtung zur Schwingungsdämpfung auf den Saiten eines Schlägers
angebracht werden? Wenn ja, wo darf sie angebracht werden?
Entscheidung: Ja. Derartige Vorrichtungen dürfen aber nur außerhalb des Musters der
sich kreuzenden Saiten angebracht werden.
Fall 4:
Während eines Spiels reißen einem Spieler zufällig die Saiten seines Schlägers.
Darf er mit dem Schläger in diesem Zustand das Wettspiel fortsetzen?
Entscheidung: Ja.
Regel 5: Aufschläger und Rückschläger
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Anfang |
Die Spieler stellen sich auf den gegenüberliegenden Seiten des Netzes auf. Der
Spieler, der als erster den Ball schlägt, wird Aufschläger, der andere Rückschläger
genannt.
Entscheidungen:
Fall 1:
Verliert ein Spieler den Punkt, wenn er bei der Ausführung eines Schlages die
gedachte Linie in Verlängerung des Netzes überschreitet,
a) bevor er den Ball getroffen hat,
b) nachdem er den Ball getroffen hat?
Entscheidung: Der Spieler verliert in keinem der beiden Fälle wegen Überschreitens
der gedachten Linie den Punkt, sofern er nicht das Spielfeld des Gegners betritt
(Regel 20e). Sollte sich der Gegner behindert gefühlt haben, kann er eine
Entscheidung des Schiedsrichters nach den Regeln 21 und 25 verlangen.
Fall 2:
Der Aufschläger verlangt, dass der Rückschläger innerhalb der Linien stehen muss,
die sein Spielfeld begrenzen. Ist das erforderlich?
Entscheidung: Nein. Der Rückschläger darf auf seiner Seite des Netzes stehen, wo er
will.
Regel 6: Wahl von Aufschlag und Seite
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Anfang |
Vor Spielbeginn ist zu losen, wer die Wahl der Seite oder des Rechts, im 1.
Spiel Aufschläger oder Rückschläger zu sein, hat. Der Losgewinner kann wählen oder
von seinem Gegner verlangen zu wählen:
a) Aufschläger oder Rückschläger zu sein; der Gegner hat dann die Seite zu
wählen;
oder
b) die Seite; der Gegner hat sich dann zu entscheiden, ob er Aufschläger oder
Rückschläger sein will.
Fall 1:
Haben die Spieler Anspruch auf eine neue Wahl, wenn ein Wettspiel vor Spielbeginn
verlegt oder aufgeschoben wurde?
Entscheidung: Ja. Es bleibt bei der Losentscheidung, aber die Spieler können
Aufschlag und Seite neu wählen.
Der Aufschlag ist auf folgende Weise auszuführen: Unmittelbar vor dem Aufschlag
muss der Aufschläger mit beiden Füßen in Ruhestellung hinter der Grundlinie (d.h.
weiter vom Netz entfernt als diese) stehen, und zwar zwischen den gedachten
Verlängerungen des Mittelzeichens und der Seitenlinie. Der Aufschläger hat dann den
Ball mit der Hand in beliebiger Richtung in die Luft zu werfen und mit seinem
Schläger zu schlagen, bevor der Ball den Boden berührt. Der Aufschlag gilt in dem
Augenblick als erfolgt, in dem der Schläger den Ball berührt. Ein Spieler, der nur
einen Arm benutzen kann, darf den Ball mit dem Schläger in die Luft werfen.
Entscheidungen:
Fall 1:
Darf der Aufschläger in einem Einzel beim Aufschlag hinter dem Teil der Grundlinie
zwischen den Seitenlinien des Einzel- und des Doppelfeldes stehen?
Entscheidung: Nein.
Fall 2:
Ist es ein Aufschlagfehler, wenn ein Spieler beim Aufschlag statt eines Balles zwei
oder mehrere hochwirft?
Entscheidung: Nein. Es ist auf Wiederholung zu entscheiden. Wenn der Schiedsrichter
aber den Vorgang als vorsätzlich beurteilt, hat er nach Regel 21 zu
entscheiden.
a) Während der Ausführung des Aufschlags darf der Aufschläger
1. seine Stellung weder durch Gehen noch durch Laufen verändern; unbedeutende
Bewegungen der Füße, die sich nicht wesentlich auf die ursprüngliche vom
Aufschläger eingenommene Stellung auswirken, gelten nicht als "Veränderung seiner
Stellung durch Gehen oder durch Laufen";
2. den Boden mit einem Fuß nicht irgendwo anders berühren als hinter der Grundlinie
zwischen den gedachten Verlängerungen des Mittelzeichens und der Seitenlinie.
Regel 9: Ausführung des Aufschlages
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Anfang |
a) Beim Aufschlag hat der Aufschläger abwechselnd hinter der rechten und hinter
der linken Hälfte seiner Spielfeldseite zu stehen, beginnend in jedem Spiel von
rechts. Wenn der Aufschlag von der falschen Hälfte des Spielfeldes erfolgt ist und
dies nicht bemerkt worden ist, bleiben alle aus solch falschem Aufschlag oder
solchen falschen Aufschlägen herrührenden Spielergebnisse bestehen. Der falsche
Standort ist aber sofort nach Feststellung des Irrtums zu berichtigen.
b) Der aufgeschlagene Ball muss das Netz überfliegen und das schräg
gegenüberliegende Aufschlagfeld oder eine der Linien, die dieses Feld begrenzen,
treffen, bevor der Rückschläger den Ball zurückschlägt.
Regel 10: Aufschlagfehler
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Anfang |
Es ist ein Aufschlagfehler:
a) wenn der Aufschläger gegen eine der Regeln 7 ,8 oder 9 b verstößt;
b) wenn er beim Versuch, den Ball zu schlagen, diesen verfehlt;
c) wenn der aufgeschlagene Ball, bevor er den Boden trifft, eine der ständigen
Einrichtungen mit Ausnahme des Netzes, des Netzhalters oder der Netzeinfassung
berührt.
Entscheidungen:
Fall 1:
Ein Spieler wirft den Ball zum Aufschlag hoch, entschließt sich aber dann, den Ball
nicht zu schlagen, sondern fängt ihn statt dessen wieder auf. Ist das ein
Aufschlagfehler?
Entscheidung: Nein.
Fall 2:
Ein Einzel wird auf einem Spielfeld für Doppel mit Netzpfosten für das Doppel und
Einzelstützen gespielt. Der aufgeschlagene Ball trifft eine Einzelstütze und fällt
dann in das richtige Aufschlagfeld. Ist das ein Aufschlagfehler oder ist der
Aufschlag zu wiederholen?
Entscheidung: Beim Aufschlag ist es ein Aufschlagfehler, weil die Einzelstützen und
die Netzpfosten für das Doppel sowie der Teil des Netzes, der Netzeinfassung und
des Seils oder Metallkabels zwischen ihnen ständige Einrichtungen im Sinne der
Regeln 2 und 10 sowie der Anmerkung zu Regel 24 sind.
Regel 11: Zweiter Aufschlag
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Anfang |
Nach einem Aufschlagfehler beim ersten Aufschlag hat der Aufschläger das Recht
auf einen zweiten Aufschlag. Dieser ist von derselben Hälfte seiner Spielfeldseite
auszuführen wie der Aufschlagfehler. Dies gilt nicht, wenn der erste Aufschlag von
der falschen Hälfte aus erfolgt ist. In diesem Fall hat der Aufschläger nach Regel
9 den zweiten Aufschlag von der richtigen Spielfeldhälfte auszuführen.
Entscheidungen:
Fall 1:
Ein Spieler schlägt von der falschen Spielfeldhälfte auf. Nachdem er den Punkt
verloren hat, fordert er, es sei auf Aufschlagfehler zu entscheiden, weil er vom
falschen Standort aufgeschlagen habe.
Entscheidung: Der Punkt ist zu werten wie gespielt. Der nächste Aufschlag hat
entsprechend dem Spielstand vom richtigen Standort aus zu erfolgen.
Fall 2:
Beim Spielstand von 15 beide schlägt der Aufschläger irrtümlich von links auf. Er
gewinnt den Punkt. Den nächsten Aufschlag führt er dann von rechts aus und macht
einen Aufschlagfehler. Der Irrtum bezüglich des Standorts beim Aufschlag wird nun
entdeckt. Zählt der vorhergehende Punkt für ihn? Von wo muss er den nächsten
Aufschlag ausführen?
Entscheidung: Es bleibt dabei, dass der vorhergehende Punkt für den Aufschläger
zählt und dass er einen Aufschlagfehler gemacht hat. Der Spielstand ist 30:15, der
zweite Aufschlag muss deshalb von links ausgeführt werden.
Regel 12: Spielbereitschaft
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Anfang |
Der Aufschläger darf erst aufschlagen, wenn der Rückschläger spielbereit ist.
Der Rückschläger gilt als spielbereit, wenn er versucht, den aufgeschlagenen Ball
zurückzuschlagen. Hat jedoch der Rückschläger zu erkennen gegeben, dass er nicht
spielbereit war, kann er einen Aufschlagfehler nicht geltend machen, z.B. weil der
aufgeschlagene Ball das für diesen Aufschlag bestimmte Aufschlagfeld nicht
getroffen hat.
Regel 13: Wiederholungen
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Anfang |
In allen Fällen, in denen nach den Regeln auf Wiederholung zu entscheiden ist
oder in denen wegen einer Unterbrechung des Spiels eine Wiederholung anzuordnen
ist, gilt:
a) betrifft die Entscheidung lediglich einen Aufschlag, so ist nur dieser Aufschlag
zu wiederholen;
b) betrifft die Entscheidung einen anderen Sachverhalt, so ist der Punkt zu
wiederholen.
Entscheidungen:
Fall 1:
Ein Aufschlag ist aus anderen als den in der Regel 14 beschriebenen Gründen gestört
worden. Ist nur dieser Aufschlag zu wiederholen?
Entscheidung. Nein, der ganze Punkt ist zu wiederholen.
Fall 2:
Wenn ein im Spiel befindlicher Ball platzt, ist dann auf Wiederholung des Punktes
zu entscheiden?
Entscheidung: Ja.
Regel 14: Wiederholung des Aufschlags
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Anfang |
Der Aufschlag ist zu wiederholen:
a) wenn der aufgeschlagene Ball das Netz, den Netzhalter oder die Netzeinfassung
berührt, vorausgesetzt, dass der Aufschlag sonst in jeder Beziehung den Regeln
entspricht, oder wenn der aufgeschlagene Ball nach Berührung des Netzes, des
Netzhalters oder der Netzeinfassung den Rückschläger trifft oder irgend etwas, was
dieser hält oder an sich trägt, bevor der Ball den Boden berührt;
b) wenn ein Aufschlag ( auch wenn es ein Aufschlagfehler war) ausgeführt wurde,
obgleich der Rückschläger nicht spielbereit war (siehe Regel 12). Der zu
wiederholende Aufschlag zählt nicht. Der Aufschläger hat nochmals aufzuschlagen.
Durch die Wiederholung eines 2. Aufschlags wird ein Aufschlagfehler beim
vorhergehenden 1. Aufschlag nicht aufgehoben.
Regel 15: Wechsel des Aufschlagrechts
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Anfang |
Nach Beendigung des ersten Spieles wird der Rückschläger zum Aufschläger und der
Aufschläger zum Rückschläger und so fort, abwechselnd für alle folgenden Spiele
eines Wettspiels. Schlägt ein Spieler auf, ohne an der Reihe zu sein, so hat, wenn
der Irrtum festgestellt wird, sofort derjenige Spieler aufzuschlagen, der an der
Reihe ist. Alle vor der Feststellung des Irrtums erzielten Punkte bleiben gültig,
aber ein vorhergegangener Aufschlagfehler zählt nicht. Ist ein Spiel bereits
beendet, bevor der Irrtum entdeckt wurde, bleibt es bei der geänderten Reihenfolge
beim Aufschlag.
Regel 16: Wechsel der Spielfeldseiten
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Anfang |
Die Spieler haben in jedem Satz nach dem ersten, dritten und jedem folgenden
ungeraden Spiel sowie am Ende des Satzes die Seiten des Spielfeldes zu wechseln.
Ist aber die Summe der Spiele dieses Satzes eine gerade Zahl, sind die Seiten erst
nach dem ersten Spiel des nächsten Satzes zu wechseln. Falls hierbei ein Fehler
gemacht und die richtige Reihenfolge nicht eingehalten wird, müssen die Spieler die
richtige Aufstellung sofort nach Entdeckung des Irrtums einnehmen und die
ursprüngliche Reihenfolge fortsetzen.
Regel 17: Ball im Spiel
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Anfang |
Ein Ball ist im Spiel, sobald der Aufschlag ausgeführt ist. Falls nicht auf
Aufschlagfehler oder Wiederholung des Aufschlags entschieden wird, bleibt der Ball
im Spiel, bis der Punkt entschieden ist.
Entscheidungen:
Fall 1:
Ein Spieler macht beim Rückschlag einen Fehler. Dieser wird nicht angezeigt und der
Ballwechsel fortgesetzt. Kann der Gegner später nach Beendigung des Ballwechsels
den Punkt für sich beanspruchen?
Entscheidung: Nein. Wenn nach der unterbliebenen Entscheidung des Schiedsrichters
die Spieler den Ballwechsel fortgesetzt haben, kann der Punkt nicht mehr
beansprucht werden, es sei denn, der Gegner wurde behindert.
Regel 18: Punktgewinn für den Aufschläger
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Anfang |
Der Aufschläger gewinnt den Punkt:
a) wenn der aufgeschlagene Ball, sofern der Aufschlag nicht nach Regel 14 zu
wiederholen ist, den Rückschläger oder irgend etwas, was dieser hält oder an sich
trägt, berührt, bevor der Ball aufspringt;
b) wenn der Rückschläger den Punkt auf andere Weise nach Regel 20 verliert.
Regel 19: Punktgewinn für den Rückschläger
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Anfang |
Der Rückschläger gewinnt den Punkt:
a) wenn der Aufschläger zwei aufeinanderfolgende Aufschlagfehler macht;
b) wenn der Aufschläger den Punkt auf andere Weise nach Regel 20 verliert.
Ein Spieler verliert den Punkt:
a) wenn er den im Spiel befindlichen Ball nicht direkt über das Netz zurückschlägt
(ausgenommen die Fälle nach Regel 24 a) und c), bevor dieser den Boden ein zweites
Mal berührt hat;
b) wenn er den im Spiel befindlichen Ball so zurückschlägt, dass dieser den Boden,
eine ständige Einrichtung oder einen anderen Gegenstand außerhalb derjenigen Linien
trifft, die das Spielfeld seines Gegners begrenzen (ausgenommen die Fälle nach
Regel 24 a) und c);
c) wenn er den Ball als Flugball annimmt und dabei einen fehlerhaften Rückschlag
macht; dies gilt auch dann, wenn der Spieler außerhalb des Spielfeldes steht;
d) wenn er den Ball absichtlich auf seinem Schläger trägt oder auffängt oder ihn
mit seinem Schläger absichtlich mehr als einmal berührt;
e) wenn er selbst, sein Schläger (gleich ob er ihn in der Hand hält oder nicht)
oder irgend etwas, was er hält oder an sich trägt, das Netz, die Netzpfosten bzw.
Einzelstützen, das Seil oder Metallkabel, den Netzhalter, die Netzeinfassung oder
das Spielfeld seines Gegners berührt, solange der Ball im Spiel ist;
f) wenn er den Ball als Flugball annimmt, bevor dieser das Netz überflogen hat;
g) wenn der im Spiel befindliche Ball ihn selbst oder irgend etwas, was er hält
oder an sich trägt, berührt, mit Ausnahme des Schlägers in seiner Hand oder in
seinen Händen;
h) wenn er seinen Schläger nach dem Ball wirft und den Ball trifft;
i) wenn er absichtlich und wesentlich die Form seines Schlägers während des
Ballwechsels verändert.
Entscheidungen
Fall 1:
Beim Aufschlag fliegt der Schläger aus der Hand des Aufschlägers und berührt das
Netz, bevor der Ball den Boden berührt. Ist dies ein Aufschlagfehler oder verliert
der Aufschläger den Punkt?
Entscheidung: Der Aufschläger verliert den Punkt, weil sein Schläger das Netz
berührt hat, während der Ball im Spiel war (Regel 20 e);
Fall 2:
Beim Aufschlag fliegt der Schläger aus der Hand des Aufschlägers und berührt das
Netz, nachdem der Ball den Boden außerhalb des richtigen Aufschlagfeldes berührt
hat. Ist dies ein Aufschlagfehler oder verliert der Aufschläger den Punkt?
Entscheidung: Es ist ein Aufschlagfehler, weil der Ball nicht mehr im Spiel war,
als der Schläger das Netz berührt hat.
Fall 3:
A und B spielen gegen C und D. A schlägt gegen D auf. C berührt das Netz, bevor der
Ball den Boden berührt hat. Da der aufgeschlagene Ball außerhalb des richtigen
Aufschlagfeldes aufspringt, wird dementsprechend auf Aufschlagfehler entschieden.
Verlieren C und D den Punkt?
Entscheidung: Die Entscheidung Aufschlagfehler ist falsch. Weil C das Netz berührt
hatte, während der Ball im Spiel war (Regel 20 e), hatten C und D den Punkt schon
verloren, bevor auf Aufschlagfehler hätte erkannt werden können.
Fall 4:
Darf ein Spieler über das Netz auf das Spielfeld seines Gegners springen, während
der Ball im Spiel ist, ohne dafür bestraft zu werden?
Entscheidung: Nein. Er verliert den Punkt (Regel 20 e).
Fall 5:
A spielt einen geschnittenen Ball knapp hinter das Netz. Der Ball springt dadurch
wieder auf die Spielfeldseite von A zurück. B kann den Ball nicht erreichen und
wirft deshalb seinen Schläger nach dem Ball und trifft ihn. Sowohl der Schläger als
auch der Ball fallen über das Netz auf die Spielfeldseite von A. A schlägt den Ball
zurück, aber ins "Aus" der Spielfeldseite von B. Gewinnt oder verliert B den
Punkt?
Entscheidung: B verliert den Punkt (Regel 20 e und h).
Fall 6:
Ein außerhalb des Aufschlagfeldes stehender Spieler wird von einem aufgeschlagenen
Ball getroffen, bevor der Ball den Boden berührt hat. Gewinnt oder verliert der
Spieler den Punkt?
Entscheidung: Der getroffene Spieler verliert den Punkt (Regel 20 g), es sei denn,
es handelt sich um einen Fall nach Regel 14 a.
Fall 7:
Ein außerhalb des Spielfeldes stehender Spieler nimmt den Ball als Flugball an oder
fängt ihn mit der Hand. Er beansprucht den Punkt für sich, weil der Ball mit
Sicherheit "Aus" gewesen wäre.
Entscheidung: Er kann den Punkt nicht für sich beanspruchen:
1. wenn er den Ball auffängt, verliert er den Punkt nach Regel 20 g;
2. wenn er den Ball als Flugball annimmt und einen fehlerhaften Rückschlag macht,
verliert er den Punkt nach Regel 20 c;
3. wenn er den Ball als Flugball annimmt und einen den Regeln entsprechenden
Rückschlag macht, ist der Ballwechsel fortzusetzen.
Regel 21: Behinderung durch den Gegner
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Anfang |
Wenn ein Spieler etwas unternimmt, das den Gegner bei der Ausführung eines
Schlages behindert, so verliert er den Punkt, wenn dies absichtlich geschieht, so
ist der Punkt zu wiederholen, wenn dies unabsichtlich geschieht.
Entscheidungen
Fall 1:
Ist ein Spieler zu bestrafen, wenn er bei der Ausführung eines Schlages seinen
Gegner berührt?
Entscheidung: Nein, es sei denn, der Schiedsrichter hält es für notwendig, nach
Regel 21 zu entscheiden.
Fall 2:
Wenn ein Ball über das Netz zurückspringt, darf der Spieler, der an der Reihe ist
zu schlagen, über das Netz reichen, um den Ball zu spielen. Wie ist zu entscheiden,
wenn der Spieler dabei von seinem Gegner behindert wird?
Entscheidung: Nach Regel 21 hat der Schiedsrichter entweder dem behinderten Spieler
den Punkt zuzusprechen oder den Punkt wiederholen zu lassen (siehe auch Regel
25).
Fall 3:
Kann ein unabsichtlicher Doppelschlag als Behinderung des Gegners im Sinne der
Regel 21 gewertet werden?
Entscheidung: Nein.
Fällt der Ball auf eine Linie, so gilt er als auf das von dieser Linie begrenzte
Spielfeld gefallen.
Regel 23: Ball berührt ständige Einrichtung
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Anfang |
Berührt der im Spiel befindliche Ball eine ständige Einrichtung, ausgenommen
Netz, Netzpfosten bzw. Einzelstützen, Seil oder Metallkabel, Netzhalter oder
Netzeinfassung, nachdem der Ball den Boden berührt hat, so gewinnt der Spieler, der
den Ball geschlagen hat, den Punkt, bevor der Ball den Boden berührt hat, so
gewinnt sein Gegner den Punkt.
Entscheidungen
Fall 1:
Ein im Spiel befindlicher Ball trifft den Schiedsrichter oder seinen Stuhl. Der
Spieler macht geltend, der Ball hätte sonst das Spielfeld des Gegners
getroffen.
Entscheidung: Er verliert den Punkt.
Regel 24:Guter Rückschlag
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Anfang |
Der Rückschlag ist gut:
a) wenn der Ball das Netz, die Netzpfosten bzw. Einzelstützen, das Seil oder
Metallkabel, den Netzhalter oder die Netzeinfassung berührt, vorausgesetzt, dass er
diese überfliegt und das Spielfeld des Gegners trifft;
b) wenn der aufgeschlagene oder zurückgeschlagene Ball das richtige Aufschlagfeld
bzw. Spielfeld trifft, dann aber über das Netz zurückspringt oder zurückgeweht wird
und der Spieler, der an der Reihe ist zu schlagen, über das Netz reicht und den
Ball spielt, vorausgesetzt, dass er dabei nicht gegen Regel 20 e verstößt und der
Schlag auch sonst in jeder Beziehung gut ist;
c) wenn der Ball außen am Netzpfosten bzw. der Einzelstütze vorbei zurückgeschlagen
wird, gleich ob über oder unter der Höhe der Netzoberkante, auch wenn der Ball den
Netzpfosten bzw. die Einzelstütze berührt, vorausgesetzt, er trifft das richtige
Spielfeld;
d) wenn der Spieler mit seinem Schläger über das Netz reicht, nachdem er den Ball
zurückgeschlagen hat, vorausgesetzt, dass der Ball das Netz überflogen hatte, bevor
er getroffen wurde, und dass es auch sonst ein guter Rückschlag ist;
e) wenn es einem Spieler gelingt, den aufgeschlagenen oder im Spiel befindlichen
Ball zurückzuschlagen, nachdem dieser einen im Spielfeld liegenden Ball getroffen
hat.
Anmerkung:
Ein Einzel wird auf einem für das Doppel eingerichteten Spielfeld ausgetragen. Das
Netz ist deshalb mit Einzelstützen versehen. In diesem Fall gelten die Netzpfosten
für das Doppel und jene Teile des Netzes, des Seils oder Metallkabels und der
Netzeinfassung, die sich zwischen den Einzelstützen und den Doppelnetzpfosten
befinden, immer als ständige Einrichtung und nicht als Netzpfosten oder Teile des
Netzes für das Einzel. Ein Rückschlag, bei dem der Ball unter dem Netzkabel (Seil)
zwischen der Einzelstütze und dem benachbarten Doppelnetzpfosten hindurchfliegt,
ohne das Netzkabel (Seil), das Netz oder den Doppelnetzpfosten zu berühren und ins
Spielfeld fällt, ist ein guter Rückschlag.
Entscheidung
Fall 1:
Ein Ball, der aus dem Spielfeld hinausfliegt, trifft den Netzpfosten bzw. die
Einzelstütze und springt dann in das Spielfeld des Gegners. Ist der Schlag gut?
Entscheidung: Wenn es sich um einen Aufschlag handelt: Nein, nach Regel 10 c; wenn
dies kein Aufschlag ist: Ja, nach Regel 24 a.
Fall 2:
Darf ein Spieler beim Schlag seinen Schläger mit beiden Händen halten?
Entscheidung: Ja
Fall 3:
Ein aufgeschlagener oder im Spiel befindlicher Ball trifft einen im richtigen
Aufschlag- bzw. Spielfeld liegenden Ball. Ist der Punkt damit gewonnen oder
verloren?
Entscheidung: Nein. Der Ballwechsel ist fortzusetzen. Wenn der Schiedsrichter
jedoch nicht entscheiden kann, ob der richtige Ball zurückgeschlagen wurde, hat er
auf Wiederholung des Punktes zu entscheiden.
Fall 4:
Darf ein Spieler irgendwann während des Ballwechsels mehr als einen Schläger
benutzen?
Entscheidung: Nein. Die Auslegung der Regeln verlangt, dass nur ein Schläger
benutzt wird.
Fall 5:
Ist ein Spieler berechtigt zu verlangen, dass ein Ball oder mehrere Bälle, die im
Spielfeld des Gegners liegen, entfernt werden?
Entscheidung: Ja, aber nicht während der Ball im Spiel ist.
Regel 25: Behinderung eines Spielers
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Anfang |
Wird ein Spieler durch irgend etwas, auf das er keinen Einfluss hat, bei der
Ausführung eines Schlages behindert, so ist auf Wiederholung zu entscheiden, es sei
denn, die Behinderung erfolgte durch eine ständige Einrichtung oder es handelt sich
um einen Fall nach Regel 21.
Entscheidungen
Fall 1:
Ein Zuschauer gerät einem Spieler in den Weg, so dass dieser den Ball verfehlt. Hat
der Spieler Anspruch auf Wiederholung?
Entscheidung: Ja, wenn der Spieler nach Ansicht des Schiedsrichters durch außerhalb
seiner Kontrolle liegende Umstände behindert war, jedoch nicht, wenn diese
Behinderung von ständigen Einrichtungen des Platzes oder irgendwelchen
Einrichtungen der Anlage herrührt.
Fall 2:
Der Spieler ist gestört worden wie im Fall 1, und der Schiedsrichter entscheidet
auf Wiederholung. Der Aufschläger hat zuvor einen Aufschlagfehler gemacht. Hat er
das Recht auf zwei Aufschläge?
Entscheidung: Ja. Sobald der Ball im Spiel ist, schreibt die Regel vor, dass nicht
nur der Aufschlag, sondern der Punkt zu wiederholen ist.
Fall 3:
Hat ein Spieler Anspruch auf Wiederholung nach Regel 25, weil er dachte, sein
Gegner sei behindert worden und er infolgedessen nicht erwartet hat, dass der Ball
zurückgeschlagen wird?
Entscheidung: Nein.
Fall 4:
Ist ein Schlag gut, wenn der im Spiel befindliche Ball einen anderen Ball in der
Luft trifft?
Entscheidung: Es ist auf Wiederholung zu entscheiden, Wenn aber der andere Ball
durch einen Spieler in die Luft gebracht worden ist, hat der Schiedsrichter nach
Regel 21 zu entscheiden.
Fall 5:
Wenn der Schiedsrichter oder ein Linienrichter irrtümlich "Fehler" oder "Aus" ruft
und diese Entscheidung dann berichtigt wird, welche der beiden Entscheidungen soll
dann gelten?
Entscheidung: Es ist auf Wiederholung zu entscheiden, es sei denn, dass nach
Auffassung des Schiedsrichters kein Spieler behindert war. In letzterem Fall gilt
die berichtigende Entscheidung.
Fall 6:
Wenn nach einem 1. Aufschlag, der ein Aufschlagfehler war, der Ball irgendwo
abprallt und den Rückschläger während des 2. Aufschlags stört, hat dann der
Rückschläger Anspruch auf Wiederholung?
Entscheidung: Ja. Wenn aber der Rückschläger Gelegenheit hatte, den Ball vom Platz
zu entfernen und dies aus Nachlässigkeit unterließ, verliert er den Anspruch auf
Wiederholung.
Fall 7:
Ist ein Schlag gut, wenn der Ball einen unbeweglichen oder einen sich bewegenden
Gegenstand auf dem Spielfeld trifft?
Entscheidung: Unbeweglicher Gegenstand: Der Schlag ist gut. Ist aber der
unbewegliche Gegenstand erst auf das Spielfeld gekommen, nachdem der Ball ins Spiel
gebracht worden ist, ist auf Wiederholung zu entscheiden. Sich bewegender
Gegenstand: Wenn der im Spiel befindliche Ball einen sich bewegenden Gegenstand auf
oder über dem Spielfeld trifft, ist auf Wiederholung zu entscheiden.
Fall 8:
Wie ist zu entscheiden, wenn der 1. Aufschlag ein Aufschlagfehler, der 2. Aufschlag
gut war, und dann im Verlauf des anschließenden Ballwechsels entweder nach Regel 25
oder weil der Schiedsrichter nicht in der Lage ist, über den Punkt eine
Entscheidung zu treffen, eine Wiederholung anzuordnen ist?
Entscheidung: Die Entscheidung "Aufschlagfehler" ist aufzuheben und der ganze Punkt
zu wiederholen.
Regel 26: Gewinn eines Spieles
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Anfang |
Gewinnt ein Spieler seinen ersten Punkt, so zählt dies für ihn 15;
gewinnt er seinen zweiten Punkt, so zählt dies für ihn 30;
gewinnt er seinen dritten Punkt, so zählt dies für ihn 40;
gewinnt er seinen vierten Punkt, so hat er ein "Spiel" gewonnen mit folgender
Ausnahme:
Wenn beide Spieler drei Punkte gewonnen haben, wird der Spielstand "Einstand"
genannt; der nächste von einem Spieler gewonnene Punkt zählt "Vorteil" für diesen
Spieler. Gewinnt derselbe Spieler den nächsten Punkt, so gewinnt er das Spiel.
Gewinnt aber der andere Spieler den nächsten Punkt, wird der Spielstand wieder
"Einstand" genannt und so weiter, bis einer der Spieler die auf "Einstand"
unmittelbar folgenden beiden Punkte gewinnt. Er hat dann das Spiel gewonnen.
Regel 27: Gewinn eines Satzes
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Anfang |
a) Vorteilssatz-System
Der Spieler, der zuerst sechs Spiele gewonnen hat, hat einen "Satz" gewonnen, wenn
er einen Vorteil von mindestens zwei Spielen hat. Sonst wird der Satz so lange
fortgesetzt, bis dieser Vorteil von einem Spieler erreicht wird.
b) Tie-Break-System
Statt des Vorteilssatz-Systems nach Absatz a) kann wahlweise das Tie-Break-System
angewendet werden, sofern dies vor Beginn des Wettspiels bekanntgegeben wurde. In
diesem Fall gilt: Wenn im Satz der Spielstand von 6:6 Spielen erreicht wird, ist
ein Tie-Break zu spielen. Dies gilt nicht im dritten bzw. fünften Satz eines
Dreisatz- bzw. Fünfsatz-Wettspiels. Sofern nichts anderes bestimmt und vor Beginn
des Wettspiels bekanntgegeben wurde, sind diese Sätze als Vorteilssatz nach Absatz
a) zu spielen.
Für ein Tie-Break-Spiel gilt:
Im Einzel:
1. Im Tie-Break-Spiel werden die Punkte fortlaufend numerisch gezählt. Der Spieler,
der zuerst sieben Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel und damit den Satz,
vorausgesetzt, er hat einen Vorsprung von mindestens zwei Punkten. Kommt es zu
einem Spielstand von 6:6 Punkten, wird das Spiel fortgesetzt, bis einer der beiden
Spieler den Vorsprung von zwei Punkten hat.
2. Der Spieler, der an der Reihe ist aufzuschlagen, ist Aufschläger für den ersten
Punkt. Sein Gegner ist Aufschläger für den zweiten und den dritten Punkt. Danach
schlägt jeder Spieler abwechselnd jeweils für zwei Punkte hintereinander auf, bis
über den Gewinn von Spiel und Satz entschieden ist.
3.Der Aufschlag für den ersten Punkt erfolgt von rechts. Danach wird abwechselnd
von links und von rechts aufgeschlagen. Wenn von der falschen Spielfeldhälfte
aufgeschlagen wurde, bleibt der aus einem solchen falschen Aufschlag oder solchen
falschen Aufschlägen erzielte Spielstand gültig. Der falsche Standort ist aber
sofort nach Entdeckung des Irrtums zu berichtigen.
4.Nach je sechs Punkten sowie nach Beendigung des Tie-Break-Spiels haben die
Spieler die Seiten zu wechseln.
5. Das Tie-Break-Spiel zählt für den Wechsel der Bälle als ein Spiel. Falls die
Bälle vor dem Tie-Break-Spiel zu wechseln wären, ist der Ballwechsel erst vor
Beginn des zweiten Spiel des folgenden Satzes vorzunehmen.
Im Doppel:
Im Doppel sind die Bestimmungen für das Einzel sinngemäß anzuwenden. Der Spieler,
der an der Reihe ist, aufzuschlagen, ist Aufschläger für den ersten Punkt. Danach
ist jeder Spieler in derselben Reihenfolge wie in den vorausgegangenen Spielen
dieses Satzes Aufschläger für je zwei Punkte, bis über den Gewinn von Spiel und
Satz entschieden ist.
Wechsel des Aufschlags:
Der Spieler (bzw. im Doppel das Spielpaar), der an der Reihe war, im
Tie-Break-Spiel für den ersten Punkt aufzuschlagen, ist im ersten Spiel des
folgenden Satzes Rückschläger.
Entscheidungen:
Fall 1:
Bei einem Spielstand von 6 beide wird Tie-Break gespielt, obwohl vor Beginn des
Wettspiels angeordnet und bekannt gegeben wurde, dass ein Vorteilssatz zu spielen
ist. Werden bereits gespielte Punkte gewertet?
Entscheidung: Wenn der Irrtum entdeckt wird, bevor der Ball für den zweiten Punkt
ins Spiel gebracht wurde, muss der erste Punkt gewertet und der Irrtum sofort
berichtigt werden. Wenn der Irrtum erst entdeckt wird, nachdem der Ball für den
zweiten Punkt ins Spiel gebracht wurde, muss das Spiel als Tie-Break-Spiel
fortgesetzt werden.
Fall 2:
Bei einem Spielstand von 6 beide wird ein Vorteilssatz gespielt, obwohl vor Beginn
des Wettspiels angeordnet und bekanntgegeben wurde, dass Tie-Break zu spielen ist.
Werden bereits gespielte Punkte gewertet?
Entscheidung: Wenn der Irrtum entdeckt wird, bevor der Ball für den zweiten Punkt
ins Spiel gebracht wurde, muss der erste Punkt gewertet und der Irrtum sofort
berichtigt werden. Wenn der Irrtum erst entdeckt wird, nachdem der Ball für den
zweiten Punkt ins Spiel gebracht wurde, muss der Satz als Vorteilssatz fortgesetzt
werden. Wenn es aber dabei zu einem Spielstand von 8 beide oder einem Gleichstand
einer höheren geraden Zahl von Spielen kommt, ist Tie-Break zu spielen.
Fall 3:
Ist die geänderte Reihenfolge beim Aufschlag bis zum Ende des Spiels beizubehalten,
wenn in einem Einzel oder einem Doppel während des Tie-Break ein Spieler
aufschlägt, obwohl er nicht an der Reihe ist?
Entscheidung: Wenn ein Spieler seine Aufschlagsfolge bereits abgeschlossen hat,
bleibt es bei der geänderten Reihenfolge beim Aufschlag. Wenn der Irrtum vorher
entdeckt wird, ist die Reihenfolge beim Aufschlag sofort zu berichtigen. Alle
bereits gespielten Punkte sind zu werten.
Regel 28: Höchstzahl der Sätze
|
Anfang |
In einem Wettspiel darf die Zahl der Sätze höchstens fünf, wenn Spielerinnen
teilnehmen, höchstens drei betragen.
Regel 29: Oberschiedsrichter, Schiedsrichter, Hilfsrichter
|
Anfang |
In Wettspielen, für die ein Schiedsrichter eingesetzt ist, ist dessen
Entscheidung endgültig. Wenn ein Oberschiedsrichter ernannt ist, kann bei ihm in
Regelfragen gegen die Entscheidung des Schiedsrichters Berufung eingelegt werden.
In diesen Fällen ist die Entscheidung des Oberschiedsrichters endgültig. In
Wettspielen, für die Hilfsrichter (Linienrichter, Netzrichter, Fußfehlerrichter)
zur Unterstützung des Schiedsrichters eingesetzt sind, sind ihre Entscheidungen in
Tatfragen endgültig. Der Schiedsrichter ist aber berechtigt, die Entscheidung eines
Hilfsrichters abzuändern oder eine Wiederholung anzuordnen, wenn nach seiner
Feststellung eine eindeutige Fehlentscheidung getroffen worden war. Wenn ein
Hilfsrichter nicht in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen, hat er dies dem
Schiedsrichter unverzüglich anzuzeigen, der dann selbst zu entscheiden hat. Falls
der Schiedsrichter nicht in der Lage ist, in einer Tatfrage eine Entscheidung zu
treffen, muss er eine Wiederholung anordnen. Im Davis-Cup und in anderen
Mannschaftswettbewerben, bei denen sich der Oberschiedsrichter auf dem Platz
befindet, kann jede Entscheidung vom Oberschiedsrichter abgeändert werden. Er kann
auch den Schiedsrichter anweisen, den Punkt wiederholen zu lassen. Der
Oberschiedsrichter kann nach seinem Ermessen ein Wettspiel jederzeit wegen der
Lichtverhältnisse, des Zustandes des Platzes oder der Witterung unterbrechen. Bei
jeder Unterbrechung bleibt der Spielstand und die Aufstellung auf dem Platz vor der
Unterbrechung gültig, sofern nicht der Oberschiedsrichter und die Spieler
übereinstimmend etwas anderes vereinbaren.
Entscheidungen:
Fall 1:
Der Schiedsrichter entscheidet auf Wiederholung des Punktes. Ein Spieler verlangt
aber, dass der Punkt nicht wiederholt wird. Darf eine Entscheidung des
Oberschiedsrichters gefordert werden?
Entscheidung: Ja, weil es sich um eine Regelfrage handelt. Eine Regelfrage betrifft
die Anwendung der Regeln auf einen bestimmten Sachverhalt. Sie ist zuerst vom
Schiedsrichter zu entscheiden. Wenn dieser jedoch unsicher ist oder wenn ein
Spieler gegen seine Entscheidung Berufung einlegt, ist eine Entscheidung des
Oberschiedsrichters einzuholen. Dessen Entscheidung ist endgültig.
Fall 2:
Bei einem Ball ist auf "Aus" entschieden worden. Ein Spieler behauptet aber, dass
der Ball gut war. Darf der Oberschiedsrichter entscheiden?
Entscheidung: Nein, weil es sich um eine Tatfrage handelt. Eine Tatfrage betrifft
das, was sich während eines bestimmten Vorgangs tatsächlich ereignet hat.
Entscheidungen von Schiedsrichter und Hilfsrichtern sind deshalb endgültig.
Fall 3:
Darf der Schiedsrichter die Entscheidung eines Linienrichters nach Beendigung des
Ballwechsels abändern, wenn der Linienrichter nach seiner Meinung während des
Ballwechsels eine eindeutige Fehlentscheidung getroffen hat?
Entscheidung: Nein: Ein Schiedsrichter darf die Entscheidung eines Linienrichters
nur abändern, wenn er dies unverzüglich nach der Fehlentscheidung tut.
Fall 4:
Der Linienrichter entscheidet bei einem Ball auf "Aus". Der Schiedsrichter konnte
den Ball nicht genau sehen, glaubt aber, dass er gut war. Darf er die Entscheidung
des Linienrichters abändern?
Entscheidung: Nein. Der Schiedsrichter darf eine Entscheidung nur dann abändern,
wenn er eindeutig feststellt, dass sie unzweifelhaft falsch war. Er darf die
Entscheidung eines Linienrichters, dass der Ball gut war, nur abändern, wenn er
zwischen dem Ball und der Linie einen Zwischenraum sehen konnte; er darf die
Entscheidung eines Linienrichters "Aus" oder "Aufschlagfehler" nur abändern, wenn
er erkennen konnte, dass der Ball die Linie getroffen hat oder innerhalb der Linie
aufgesprungen ist.
Fall 5:
Darf ein Linienrichter seine Entscheidung ändern, nachdem der Schiedsrichter den
Spielstand bekanntgegeben hat?
Entscheidung: Ja. Wenn ein Linienrichter feststellt, dass er sich geirrt hat, darf
er sich berichtigen, vorausgesetzt, er tut dies unverzüglich.
Fall 6:
Der Linienrichter hat bei einem Rückschlag auf "Aus" entschieden. Der Spieler
behauptet, dass sein Schlag gut war. Darf der Schiedsrichter die Entscheidung des
Linienrichters abändern?
Entscheidung: Nein. Der Schiedsrichter darf nie eine Entscheidung auf Widerspruch
oder Ersuchen eines Spielers abändern.
Regel 30: Unterbrochenes Spiel-Zulässige Unterbrechungen
|
Anfang |
Ein Wettspiel darf vom Beginn bis zur Beendigung ohne Grund nicht unterbrochen
werden.
Dabei ist zu beachten:
a) Wenn der erste Aufschlag ein Aufschlagfehler ist, muss der zweite Aufschlag ohne
Verzögerung ausgeführt werden. Der Rückschläger muss sich einem angemessenen Tempo
des Aufschlägers anpassen und zum Rückschlag bereit sein, wenn der Aufschläger
bereit ist aufzuschlagen. Werden die Seiten gewechselt, muss der Aufschlag zum
ersten Punkt des nächsten Spiels spätestens 1 Minute 30 Sekunden nach dem Zeitpunkt
erfolgt sein, zu dem der Ball am Ende des Spiels nicht mehr im Spiel war. Der
Schiedsrichter hat nach seinem Ermessen Störungen zu berücksichtigen, die es
unmöglich machen, das Spiel fortzusetzen. Die Veranstalter von internationalen
Circuits und von der ITF anerkannten Mannschaftswettbewerben können die Zeit
festlegen, die zwischen zwei Punkten vergehen darf. Sie darf vom Augenblick, zu dem
der Ball am Ende eines Punktes nicht mehr im Spiel ist bis zu dem Zeitpunkt, zu dem
der Ball für den nächsten Punkt aufgeschlagen wird, 20 Sekunden nicht
überschreiten. Der Oberschiedsrichter einer Begegnung ist jedoch berechtigt, bei
Vorliegen ungewöhnlicher Umstände, wie extreme Wetterbedingungen, Unterbrechung
durch Zuschauer usw., diesen Zeitraum zu verlängern.
b) Das Spiel darf niemals unterbrochen, verzögert oder gestört werden, um einen
Spieler Atem schöpfen oder sich ausruhen oder erholen zu lassen. Bei einer
Verletzung durch Unfall kann jedoch der Schiedsrichter eine einmalige Unterbrechung
von 3 Minuten wegen einer jeden Verletzung gewähren. Die Veranstalter von
internationalen Circuits und von der ITF anerkannten Mannschaftswettbewerben können
die Dauer der einmaligen Unterbrechung von drei auf fünf Minuten verlängern.
c) Wenn die Kleidung, das Schuhwerk oder die Ausrüstung (mit Ausnahme des
Schlägers) eines Spielers durch Umstände, auf die er keinen Einfluss hat, derartig
in Unordnung geraten, dass es für ihn unmöglich oder unzumutbar ist,
weiterzuspielen, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, damit der
mangelhafte Zustand behoben wird.
d) Der Schiedsrichter kann das Spiel jederzeit unterbrechen, wenn dies nach seinem
Ermessen erforderlich ist.
e) Nach Beendigung des dritten Satzes - wenn Spielerinnen beteiligt sind, des
zweiten Satzes - kann jeder Spieler eine Pause von längstens 10 Minuten
beanspruchen. In Ländern, die zwischen 15o nördlicher Breite und 15o südlicher
Breite liegen, darf diese Pause bis zu 45 Minuten dauern. Der Schiedsrichter ist
berechtigt, die Dauer der Pause nach eigenem Ermessen festzulegen, wenn Umstände es
erfordern, auf die die Spieler keinen Einfluss haben. Wird ein unterbrochenes
Wettspiel an einem anderen Tag fortgesetzt, kann die Pause erst nach drei
aufeinanderfolgenden an diesem Tag ohne Unterbrechung gespielten Sätzen verlangt
werden - oder nach zwei Sätzen, wenn Spielerinnen beteiligt sind. Die Beendigung
eines unterbrochenen Satzes zählt als ganzer Satz. Wird ein unterbrochenes
Wettspiel an demselben Tag erst nach Ablauf von 10 Minuten fortgesetzt, kann die
Pause erst nach drei aufeinanderfolgenden, ohne Unterbrechung gespielten Sätzen
verlangt werden - oder nach zwei Sätzen, wenn Spielerinnen beteiligt sind. Die
Beendigung eines unterbrochenen Satzes zählt als ganzer Satz. Jeder nationale
Verband und jeder Veranstalter eines Turniers, eines Wettbewerbs oder Wettspiels
ist berechtigt, diese Vorschrift in seinen Wettspielbestimmungen zu ändern oder
aufzuheben. Dies muss aber vor Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben werden. Für
den Davis-Cup und Federation-Cup kann nur die ITF diese Vorschrift in ihren
Wettspielbestimmungen ändern oder aufheben.
f) Jeder Turnierausschuss ist berechtigt, festzulegen, wie lange sich die Spieler
vor Beginn des Wettspiels einschlagen dürfen. Die Einschlagzeit darf aber fünf
Minuten nicht überschreiten. Sie muss vor Beginn der Veranstaltungen bekanntgegeben
werden.
g) Wenn anerkannte Strafpunktsysteme zur Anwendung kommen, hat der Schiedsrichter
seine Entscheidungen nach diesen Vorschriften zu treffen.
h) Bei Verstößen gegen den Grundsatz, dass das Spiel nicht unterbrochen werden
darf, kann der Schiedsrichter den Schuldigen nach eindeutiger Verwarnung
disqualifizieren.
In einem Mannschaftswettkampf darf ein Spieler während eines Wettspiels von
seinem Mannschaftsführer beraten werden, wenn dieser auf dem Platz sitzt. Die
Beratung ist nur während der Pause beim Seitenwechsel nach Beendigung eines Spiels,
aber nicht beim Seitenwechsel in einem Tie-Break-Spiel zulässig. In allen anderen
Wettspielen darf ein Spieler nicht beraten werden. Die Vorschriften dieser Regel
sind genau einzuhalten. Ein dagegen verstoßender Spieler kann nach eindeutiger
Verwartung disqualifiziert werden. Wenn ein anerkanntes Strafpunktsystem zur
Anwendung kommt, hat der Schiedsrichter die Strafen nach diesem System zu
verhängen.
Entscheidungen:
Fall 1:
Soll der Spieler verwarnt oder disqualifiziert werden, wenn die Beratung in
unauffälliger Weise durch Zeichen erfolgt?
Entscheidung: Der Schiedsrichter muss eingreifen, sobald er feststellt, dass eine
Beratung mündlich oder durch Zeichen erfolgt. Wenn der Schiedsrichter nicht
bemerkt, dass Ratschläge erteilt werden, darf ihn ein Spieler darauf aufmerksam
machen.
Fall 2:
Darf ein Spieler während einer nach Regel 30 e) zulässigen Pause sich beraten
lassen oder während einer Spielunterbrechung, wenn er den Platz verlassen hat?
Entscheidung: Ja, Wenn sich der Spieler unter diesen Voraussetzungen nicht auf dem
Platz befindet, gibt es keine Beschränkung für eine Beratung.
Anmerkung:
Der Begriff "Beratung" schließt jede Art von Ratschlägen und Anleitungen ein.
Regel 32: Wechsel der Bälle
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Anfang |
Es kann angeordnet werden, dass nach einer vorher festgelegten Zahl von Spielen
die Bälle auszuwechseln sind. Wenn der Wechsel der Bälle irrtümlich unterblieben
ist, muss er vor dem nächsten Spiel vorgenommen werden, in dem der Spieler (beim
Doppel das Spielpaar) wieder Aufschlag hat, der vorher mit neuen Bällen hätte
aufschlagen sollen. Danach sind die Bälle wieder so zu wechseln, dass zwischen den
Wechseln die ursprünglich festgelegte Zahl von Spielen liegt.
Das Doppel
Regel 33: Anzuwendende Regeln
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Anfang |
Die an anderer Stelle stehenden Regeln für das Einzel gelten auch für das
Doppel, sofern nicht in den nachstehenden Regeln etwas anderes bestimmt wird.
Regel 34: Doppelspielfeld
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Anfang |
Die Breite des Spielfeldes für das Doppel beträgt 10,97 m, d. h. 1.37 m mehr auf
jeder Seite als für das Einzel. Im übrigen gelten für das Doppel die für das Einzel
in Regel 1 festgelegten Maße. Die Teile der Seitenlinien für das Einzel zwischen
den beiden Aufschlaglinien werden "Aufschlagseitenlinien" genannt. Die zwischen
Grundlinie und Aufschlaglinie liegenden Teile der Seitenlinien für das Einzel
können auf beiden Seiten des Spielfeldes weggelassen werden.
Regel 35: Reihenfolge beim Aufschlag
|
Anfang |
Vor Beginn eines jeden Satzes ist die Reihenfolge beim Aufschlag folgendermaßen
festzulegen:
Das Paar, das im ersten Spiel des Satzes Aufschlag hat, muss entscheiden, welcher
der beiden Spieler in diesem Spiel aufschlägt.
Das gegnerische Paar hat dasselbe für das zweite Spiel zu tun.
Der Partner des Spielers, der im ersten Spiel aufgeschlagen hat, schlägt im dritten
Spiel auf.
Der Partner des Spielers, der im zweiten Spiel aufgeschlagen hat, schlägt im
vierten Spiel auf.
In allen folgenden Spielen dieses Satzes ist diese Reihenfolge einzuhalten.
Entscheidungen:
Fall 1: Ein Spieler erscheint nicht rechtzeitig zu einem Doppel. Sein Partner
möchte allein gegen das gegnerische Paar spielen. Ist das erlaubt?
Entscheidung: Nein.
Regel 36: Reihenfolge beim Rückschlag
|
Anfang |
Vor Beginn eines jeden Satzes ist die Reihenfolge, den Aufschlag
zurückzuschlagen, folgendermaßen festzulegen:
Das Paar, das im ersten Spiel den Aufschlag anzunehmen hat, muss entscheiden,
welcher der beiden Spieler den Aufschlag zum ersten Punkt zurückzuschlagen hat.
Dieser Spieler hat auch weiterhin in diesem Satz in jedem ungeraden Spiel den
Aufschlag zum ersten Punkt anzunehmen. Das gegnerische Paar entscheidet ebenso,
welcher der beiden Spieler im zweiten Spiel den Aufschlag für den ersten Punkt
zurückzuschlagen hat. Dieser Spieler hat auch weiterhin während dieses Satzes in
jedem geraden Spiel den Aufschlag für den ersten Punkt anzunehmen. Die beiden
Spieler eines Doppelpaares haben während eines Spieles abwechselnd den Aufschlag
zurückzuschlagen.
Entscheidungen:
Fall 1: Ist es in einem Doppel dem Partner des Aufschlägers oder dem Partner des
Rückschlägers erlaubt, so zu stehen. dass er die Sicht des Rückschlägers
beeinträchtigt?
Entscheidung: Ja. Der Partner des Aufschlägers wie auch der des Rückschlägers
dürfen auf ihrer Seite des Netzes innerhalb oder außerhalb des Spielfeldes stehen,
wo immer es ihnen beliebt.
Regel 37: Falsche Reihenfolge beim Aufschlag
|
Anfang |
Wenn ein Spieler eines Doppelpaares aufschlägt, der nicht an der Reihe ist, muss
sofort nach Feststellung des Irrtums sein Partner, der eigentlich aufzuschlagen
hätte, aufschlagen. Alle vor dieser Feststellung erzielten Punkte sind zu werten.
Ein vorausgegangener Aufschlagfehler wird angerechnet. Wird der Irrtum erst nach
Beendigung eines Spieles festgestellt, so muss die geänderte Reihenfolge beim
Aufschlag beibehalten werden.
Regel 38: Falsche Reihenfolge beim Rückschlag
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Anfang |
Wird während eines Spieles die Reihenfolge, den Aufschlag zurückzuschlagen, von
den Rückschlägern geändert, so bleibt es bei dieser veränderten Reihenfolge bis zum
Ende des Spiels, in dem der Irrtum entdeckt wurde. Die beiden Spieler müssen aber
im nächsten Spiel, in dem sie Rückschläger sind, für diesen Satz die ursprüngliche
Reihenfolge wieder aufnehmen.
Regel 39: Aufschlagfehler, Punktgewinn durch Aufschlag
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Anfang |
Der Aufschlag ist ein Aufschlagfehler in den Fällen nach Regel 10 sowie, wenn
der aufgeschlagene Ball den Partner des Aufschlägers berührt oder irgend etwas, was
dieser hält oder an sich trägt. Wenn aber der aufgeschlagene Ball, bevor er den
Boden trifft, den Partner des Rückschlägers oder irgend etwas, was dieser hält oder
an sich trägt, berührt, gewinnt der Aufschläger den Punkt, sofern der Aufschlag
nicht nach Regel 14 a) zu wiederholen ist.
Regel 40: Abwechselndes Schlagen des Balles
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Anfang |
Der Ball muss abwechselnd von den gegnerischen Paaren zurückgeschlagen werden,
gleich von welchem der beiden Spieler eines Paares. Wenn ein Spieler in Verletzung
dieser Regel den im Spiel befindlichen Ball mit seinem Schläger berührt, gewinnen
die Gegner den Punkt.
Anmerkung:
Sofern in den Regeln nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, gelten diese
Regeln sowohl für Spieler als auch für Spielerinnen.
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